Aktuell

Liebe Gemeindeglieder der Kirchengemeinde Kirchensittenbach!

Wenn ich bereits jetzt nach der neuen Adresse gefragt werde, wird deutlich: Mehr ‚Kirche‘ in der Anschrift geht eigentlich nicht: Pfarr-gasse 1 und Kirchen-sittenbach. Dass Kirche einen wichtigen Platz im Ort hat, ist augenfällig durch die vielen Gebäude neben und oberhalb der schönen Kirche. Das alles ist mit Leben erfüllt und wir dürfen künftig ein Teil davon sein. Darauf freuen wir uns!

Einiges an Erfahrung, aber vor allem Offenheit für Neues bringe ich mit meinen 58 Lebensjahren mit. Erfahrung durch die verschiedenen Stellen, an denen ich tätig war: Geboren und aufgewachsen in Nürnberg, brachte mich schon das Vikariat aufs Land nach Langensteinach, ins Dekanat Uffenheim. Auf die erste Pfarrstelle Unterampfrach, im Dekanat Feuchtwangen, ging es dann schon zu zweit. Zu viert, mit unseren Söhnen, Timo und Matthias, zogen wir 10 Jahre später nach Hof, in eine kleinere Pfarrwohnung im Kirchenzentrum. Eine völlig andere Gemeindesituation erwartete uns dort: ‚St. Johannes‘ wird auch die „Kerng im Vertl“ genannt, inmitten vieler Miethäusern und sozialen Herausforderungen. Rußlanddeutsche und Siebenbürger Sachsen fanden dort eine neue Heimat. In Hof kam auch unsere Tochter Marike auf die Welt.

Weil meine Eltern in Nürnberg mehr Unterstützung brauchten, wurden wir nach acht Jahren auf Barthelmesaurach (Dekanat Schwabach) aufmerksam. Ein Ort, wie er einst in Franken typisch war: Neben dem Schulhaus und der Brauerei steht das Pfarrhaus mit dem Gemeindehaus, gegenüber befinden sich das Wirtshaus und die Kirche mit dem alten Friedhof.

Eine Besonderheit meines bisherigen Pfarrdienstes ist sicherlich, dass ich an allen Pfarrstellen mit anteiligen Zusatzaufgaben betraut war. In Unterampfrach durfte ich den „Bauernnotruf der Evangelischen Landeskirche“ aufbauen, einem Sorgentelefon für bäuerliche Familien. In Hof war ich gleichzeitig an der Justizvollzugsanstalt tätig, eine große Herausforderung, die mich stark prägte und im Dekanat Schwabach wurde ich mit einem Regionalauftrag Seelsorger am Stadtkrankenhaus.

Zudem war ich in allen bisherigen Gemeinden als Dekanatsmissionspfarrer und Notfallseelsorger engagiert.

So richtig mit ins Pfarrhaus ziehen wird neben uns Eltern nur noch unsere Tochter, Marike, die dann vom Gymnasium in Windsbach in die 10. Kl. nach Hersbruck wechseln wird. Sie hat sich ganz der Musik verschrieben, spielt Klavier, Geige und Orgel. Da beide Jungen sich bereits in der Ausbildung befinden, wohnen sie nur noch zeitweise zuhause.

Meine Frau Elke ist hauptsächlich Familienfrau und unterrichtet in Georgensgmünd Religion als Katechetin im Nebenamt, was sie auch trotz der größeren Entfernung im laufenden Schuljahr fortführen wird. Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof in Ostfriesland, hat aber viele Jahre in Nürnberg gearbeitet, wo wir uns auch begegnet sind.

Anders als in der Politik bringt man als Pfarrer kein „Wahlprogramm“ mit. Mein Auftrag lautet einfach ‚Gott und den Menschen zu dienen‘. Kirche ist von den gewaltigen Veränderungen in der Gesellschaft nicht ausgenommen; trotzdem vertrauen wir auf den HERRN der Kirche, dass er uns und unseren Dienst auch weiterhin gebraucht und segnet. Es ist ein großes Vorrecht, dass wir „Zeugnis geben dürfen von der Liebe des menschgewordenen Gottes“, wie es im neuen Programm der Synode heißt.

Auf den Dörfern wurde ich nach einiger Zeit immer gefragt: „Und – haben Sie sich schon eingelebt?“.  Sicher braucht es Zeit, doch meine Familie und ich freuen uns auf die Begegnung und das Kennenlernen mit Ihnen bei vielen Anlässen in- und außerhalb der Kirche.

„Wir freuen uns, dass Sie zu uns kommen!“ – mit diesen Worten wurde ich nach meiner Vorstellung beim Kirchenvorstand verabschiedet. Das ist eine große Ermutigung für einen neuen Lebensabschnitt, der uns erwartet.

 

Herzlichst, Pfarrer Ekkehard Aupperle